Gardasee Marathon 2012 – das war wohl nix

Hallo Allezusammen,

Um es gleich vorweg zu nehemn, mit dem Gardasee-Marathon war das gestern so eine Sache – kurz gesagt: einfach beschissen. Leider muss ich das so klar ausdrücken, weil ich gestern und auch schon vorgestern echt ein wenig angefressen war. Generell war die Zeit ganz ok – im Anbetracht der Begleitumstände….

Aber schön der Reihe nach: Wie in einem vorherigen Eintrag geschrieben, ist der Gardasee Marathon ja von der Strecke her wirklich sehr „brauchbar“. Natürlich tut die tolle Umgebung ihr übriges zum generell guten Eindruck hinzu. Also alles in Allem wirklich alles angerichtet für eine schnelle Zeit – vor allem wenn das Wetter mitspielt.

Leider hats am Samstag bei der Startnummernausgabe gleich die erste organisationstechnische Ernüchterung gegeben: Der Fährdienst am Gardasee ist molto dünn besetzt. DH es gibt genau ein Schiff von Malcesine (mein Wohnort – und Ziel) nach Limone (Start), das um 7:10 von Malcesine ablegt. Man beachte bitte, dass der Start um 9:30 ist, und keine Begleitpersonen aufs Schiff dürfen. Aja – super. Eine spätere Fähre für Zuschauer ö.ä.? Auch nach mehrmaligem Nachfragen bei den Touristeninfos – „No“, gibts nicht. Nächste offizelle Fähre: Ankunft um 9:35 in Limone. Spitze: DH Begleitpersonen können frühestens 5 min nach dem Start in Limone sein, und dann den Leuten beim Abbau des Starts zuschaun. Ja wirklich spannend und super….
Zudem sind die Fähren, die dann ab ca. 9:30 herum ein wenig häufiger fahren, so eingerichtet, dass es für Zuschauer keine Chance gibt irgendwo auf der Strecke dabei zu sein – ausser im Ziel. Na Spitze echt wahr – auch andere Möglichkeiten fallen aus, weil die Strasse bis 15:30 komplett gesperrt ist. Conclusio: Der Joe sieht den ganzen Marathon keinen Anhang, der eigentlich extra mitgereist ist….

Kommen wir zum eigentlichen Hauptteil: dem Laufen. Wie gesagt der Joe nimmt die Fähre um 7:10, die dann eigentlich erst um 7:20 abfährt, und ist um 7:40 in Limone. Was machen mit knapp 2 Stunden vor dem Marathon? Genau: F1-Grand Prix Start anschaun in einem Kaffee, Buch lesen („Herrn Kukas Empfehlungen“ – eine wirklich vergnügliche und kurzweilige Lektüre), langsam Umziehen und irgendwann aufwärmen. Alles in Allem haben wir mehr als genug Zeit… Zum Start hab ich versucht im Feld möglichst weit vorne zu sein – obwohl mir das nicht wirlich gelungen ist, wie sich nach dem Start herausstellt – war ich doch in mitten der, mit allem hypermodernen Schnickschnack ausgestatteten, Hobbyläufer (Pace: 7:00/km und langsamer). Ja bei dem Tempo brauchst die Kompressionsstrümpfe, die allerneuesten Nike-Treter, 27 Liter Iso auf einem Gürtel und a 200 Euro Laufbrille – genau. Also hab ich gleich nach dem Start gschaut, dass ich Meter mache und bin den Leuten im Slalom vorgekurvt. Dennoch: am ersten KM war nicht mehr als 5:00 drin – was im Nachhinein betrachtet eh wurscht war.

Dann gings die ersten KM echt gut dahin – ganz leicht bergab – warn km Zeiten um 4:00 bis 4:12 dabei. Also genau passend, zudem fühlte ich mich echt gut. Nach 40 mins waren wir in Riva del Garda, und ich hoffte auf eine schöne laute Menschenmenge – wie in Italien üblich. Leider: Enttäuschung Nr.2 – es waren grad die Leute, die auf eine Kaffee waren unterwegs, und die schauten maximal kurz von der Zeitung auf – na vielen Dank aber auch. Zudem, mussten wir die Uferpromenade dahinlaufen, und da warteten die klassischen busreise-erprobten germanischen Mitt-70er und warfen uns allerböseste Blicke zu …. vom Stimmung und dergleichen sind wir naturgemäß weit entfernt…

KM 13 – Gabelung zwischen Marathon und 30k Lauf: Wars bis jetzt im vorderen Drittel eh nicht stark besetzt – dünnt sich das Marathon Feld natürlich noch weiter aus, da der gefühlte Großteil der Teilnehmer den 30km Lauf macht. Also dann, ziemlich alleine auf von Torbole nach Arco – und nicht zu vergessen: Gegenwind, und die Strecke führt leicht bergauf. Bis Arco hab ich geschaut dass ich halbwegs schnell bin (inkl. eine 20 sec Pinkelpause bei km 16 *gg*) – und hab dann mit 1:29 die Hälfte der Strecke hinter mich gebracht. Leider war in Arco – eigentlich schöne Innenstadt – dasselbe traurige Schauspiel, was die Zuschauer angeht, wie in Riva, sodass man sich eher vorgekommen ist, als würde man die Szenerie stören. Stimmung? Felhlanzeige.

Bitter wars dann ab km 21 – wir wurden auf dem Radweg wieder Richtung Torbole geschickt. Keine Leute, keine Stimmung, und leider zog sich das Feld immer mehr auseinander sodass man eigentlich komplett alleine Laufen musste, da man vor und hinter sich keine „Kontrahenten“ mehr zu Gesicht bekam. Das ist halt grad bei der 2. Hälfte des Rennens recht bitter. Dementsprechend wurde ich dann auch langsamer, da einfach das gesamte Umfeld irgendwie nicht mehr stimmte.

Das gesamte „Dilemma“ setzte sich weiter fort – auf der „freien“ Strecke zwischen Torbole und Malcesine, war die Strecke wie leergefegt, und man hat nicht unbedingt Leute an die man aich anhalten kann – ich lass jetzt die letzten Reste des 30 km Laufes außer Acht, die ich noch überholen konnte…. Zu allem Überfluss kam dann auch noch ein echt heftiger Schauer, mit massig Gegenwind – der uns die Tropfen horizontal ins Gesicht blies. Ich war binnen Sekunden bis auf die Unterhose nass, und meine Schuhe haben sich in ein Kaltwasser-Kneipp-Becken verwandelt. Das mag ja für Leute mit Venenproblemen durchaus hilfreich sein – bei einem Marathon bei km 33 hast halt nicht die ultimative Freude. Sogesehen war das echt sch***. Und der schlechten Nachrichten nicht genug: Hab ich dann schon gespürt wie ich Richtung multiple Krämpfe reinlauf – obwohl meine Pace echt unter jeder Kritik war. So geschehen: bei KM 35 hat so ziemlich jeder Muskel im Oberschenkel angefangen sich zu verkrampfen. GSD konnte ich mit einem Gel, einer Pace von 5:30 (*heul*), gerade noch das Schlimmste abwehren. Damit wars natürlich endgülitg vorbei – im Endeffekt wars fast demütigend die letzen km so langsam ins Ziel zu traben, obwohl ich noch immer 30 km Läufer überholte….

Zum Ziel hin (ab km 39 oder 40) gibts dann nochmals einen satten Anstieg nach Malcesine und nach etwas Bergab dann endlich ins Ziel: 5 Gels und 3.10:35 später. „Hurra!“
Gsd gabs im Ziel 4(5 kann man das schon so sagen?) Personen und einen Jack-Russel Terrier, die mich frenetisch anfeuerten: JIPPIEEE – an der Stelle vielen Dank an die Anfeuerer die sich abmühten und mitärgerten. Das „Papa, Hopp, Hopp, Hopp …. “ klingt mir noch immer in den Ohren 🙂 Dennoch war ich im Ziel echt fertig, und der neuerliche Regenguß tat sein übriges dazu.

Summa Summarum täuscht die Zeit ein wenig über die maue Leistung hinweg: der erste HM mit 1:29 war noch ganz ok, aber dann gings wirklich rapide bergab. Ich denk, dass mich der Gardasee-Marathon so schnell nicht wieder sieht – einfach aus den Gründen der (noch) nicht guten Organisation und der fehlenden Stimmung entlang der Strecke. Ansonsten hätt der Gardasee-Marathon alles, um ein gute Veranstaltung zu werden – aber es sind halt, wie immer, die Kleinigkeiten die es ausmachen. Die unflexiblen Fährzeiten, sind halt echt ein Jammer, wenn man ein paar Leute mithat, die dann grad im Ziel stehen können.

So somit lass ich meine Lästerei schon wieder – aber der Ärger von gestern will verarbeitet werden…

solong lg und keep-on runnig
Joe

p.s. kleines Update: Gesamtrang: 58, Klassenrang: 6

 

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2 thoughts on “Gardasee Marathon 2012 – das war wohl nix

  1. Vergnüglich geschrieben. Ärger kann ich verstehen. Da tickt die Uhr und die Organisation ganz anders als in der Schweiz… 🙂

  2. hallo chris,

    vielen dank für die blumen – ja ich denk mir dass die schweiz hier sicher anders tickt. allerdings zur ehrenrettung der italiener: ich hab schon bewerbe in italien mit sehr guter organisation und noch besseren, ausgeflippteren zuschauern erlebt. zb florenz marathon, udine halbmarathon…

    vielen dank und lg Joe

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